EUR/USD leicht erholt - Italien weiter im Fokus - Fed macht ernst

Investing.com - Der EUR/USD hat sich von seinen Sitzungstiefs bei 1,1482 Dollar lösen können und ist zurück über die psychologisch wichtige Marke von 1,1500 Dollar gestiegen. Am Vortag ist die Gemeinschaftswährung unter Druck geraten, nachdem EU-Kommissar Oettinger sagte, dass die EU den italienischen Haushaltsplan für das Jahr 2019 nicht durchwinken werde. Das sei jedoch nur seine persönliche Meinung, konstatierte er anschließend auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

Darüber hinaus gab die US-Notenbank Fed ihr Protokoll zur letzten Sitzung im September heraus, woraus hervorging, dass weitere Zinserhöhungen angemessen seien, auch über dem neutralen Zinssatz hinaus, um so eine Überhitzung der Wirtschaft zu vermeiden.

Die Fed klang recht zuversichtlich bezüglich der US-Wirtschaft, da zahlreiche Worte wie stark und solide in ihrer Einschätzung zur wirtschaftlichen Lage auftauchten, während allgemein erwartet wird, dass die Inflation das symmetrische Ziel von 2 Prozent mittelfristig erreichen wird.

Laut dem Investing.com FedWatch-Tool liegt die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung auf der Dezember-Sitzung bei 84,2 Prozent. Vor Veröffentlichung der Mitschriften lag der Wert noch bei gut 76 Prozent.

Heute im Fokus weiterhin der Etatstreit zwischen der EU und Italien. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, ohne das sie Italien explizit nannte, dass die Mitgliedsstaaten der EU zwar für ihre eigenen Haushalte verantwortlich seien, diese dann aber auch die Pflicht hätten, die Stabilität zu fördern, und sich freilich auch an die Regeln des Stabilitätspakts zu halten. Die Gewährleistung der Stabilität innerhalb der EU und auch seiner Fähigkeit, Finanzkrisen standzuhalten, sei ein zentrales Ziel der deutschen Regierung, so Merkel. Unterdessen erklärte Italiens Finanzminister Giovanni Tria, dass die Regierungen Rom den Dialog mit der EU über den Haushalt 2019 fortsetzen werde.

Die italienischen Renditen (10-jährige) näherten sich heute bereits wieder der Marke von 3,60 Prozent, aber auch der Spread zwischen deutschen und italienischen Zinspapieren mit Laufzeit von 10 Jahren beträgt wieder mehr als 300 Basispunkte.

Von der Konjunkturseite her stehen heute aus den USA die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie der Philly Fed Index auf der Agenda.

Eine charttechnische Lageeinschätzung zum EUR/USD gibt es hier.

Geschrieben von Robert Zach

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