EUR/USD: Akuter Dollar-Schwächeanfall setzt sich fort

Investing.com - Nach einem kurzen Rücksetzer im asiatischen Geschäft kletterte der EUR/USD zurück auf das Hoch vom Freitag bei 1,1423 Dollar. Zuletzt handelte das Paar auf 1,1419 Dollar und legte damit 0,04 Prozent zu.

Am Freitag legte die Gemeinschaftswährung gut 100 Pips zu, nachdem der Fed-Vizechef Clarida sagte, dass man sich dem neutralen Zinsniveau nähere. Zudem gebe es Anzeichen eines globalen konjunkturellen Abschwungs, den die US-Notenbank bei ihren nächsten Schritten mit beachten sollte. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen gab daraufhin mit 3,065 Prozent auf den tiefsten Stand seit 29. Oktober nach. Das belastete auch den US-Dollar-Index, der seinen akuten Schwächeanfall zum Wochenauftakt fortsetzt.

Die Wahrscheinlichkeit für einen Dezember-Zinsschritt um 25 Basispunkte der Federal Reserve sank daraufhin von 75,8 Prozent auf 68,9 Prozent. Mittlerweile liegt sie jedoch wieder über 70 Prozent.

Unterdessen gab es beim APEC-Gipfel nicht das erwünschte Handelsabkommen zwischen den USA und China. Vielmehr beschimpften sich beide Parteien gegenseitig. US-Vizepräsident Pence warf Peking unfaire Handelspraktiken vor, während Chinas Staatsoberhaupt Xi Jinping sagte, die USA verfolgen ein 'egoistisches Programm' und gefährden damit die Weltwirtschaft.

Noch am Freitag gab es echte Entspannungssignale im Handelskonflikt, als US-Präsident Donald Trump sagte, dass die USA wahrscheinlich keine weiteren Zölle auf chinesische Einfuhrwaren erheben müssen. Zudem hoffe er sehr darauf, dass die USA und China einen Handelsdeal machen, aber die USA brauchen gegenseitige Handelszugeständnisse, so Trump weiter.

Wenige Minuten später schrieb aber der Journalist Eamon Javers von CNBC via Twitter, dass man nicht allzu viel in Trumps jüngste Worte hineininterpretieren sollte. Ein Mitarbeiter aus dem Weißen Haus sagte ihm, dass Trump lediglich seinen Optimismus über die laufenden Verhandlungen mit den Chinesen zum Ausdruck bringen wollte. Der Fokus liege nach wie vor auf dem G20-Gipfel Ende November in Argentinien.

Im Wirtschaftskalender stehen heute keine nennenswerten Konjunkturdaten, die den EUR/USD bewegen könnten. Neben der Leistungsbilanz aus der Euro-Zone wird jenseits des Atlantiks der NAHB-Immobilienpreisindex veröffentlicht. Darüber hinaus wird die Bundesbank ihrem Monatsbericht vorlegen und FOMC-Mitglied Williams wird sich zur US-Geldpolitik äußern.

Durch die charttechnische Brille betrachtet hat sich der EUR/USD (zum Chart) durch den Anstieg vom Freitag in eine gute Ausgangslage gebracht, um seine Reise gen Norden fortzusetzen. Erster, wichtiger Widerstand, der sich aus dem 78,6% Fibo und einer horizontalen Hürde speist, liegt unverändert bei 1,1432 Dollar. Mögliches Korrekturziel auf der Unterseite befindet sich bei 1,1382. Eine ausführlichere technische Lageeinschätzung gibt es hier.

Geschrieben von Robert Zach

Fehler
Nachricht: