Dollar tiefer, als Zweifel über Entspannung im Handelskrieg aufkommen

Investing.com - Der Dollar ist am Dienstag gegenüber den anderen Leitwährungen auf ein Wochentief gefallen, als die Erleichterung über das Aussetzen des Handelskriegs zwischen den USA und China Sorgen wich, dass eine vollständige Lösung des Handelskonflikts nur schwer zu erreichen sei.

Die Zuversicht über einen Durchbruch im Handelskrieg wurde am Montag durch Aussagen verschiedener Vertreter von Trumps Administration gedämpft, die wenige Details über ein mögliches Handelsabkommen zwischen China und den USA enthüllten.

Der US-Dollarindex, der die amerikanische Währung gegenüber einem gewichteten Korb aus sechs anderen Leitwährungen abbildet, lag gegen 09:56 MEZ um 0,45% tiefer auf 96,53, seinem niedrigsten Niveau seit dem 23. November.

Die Bewegungen an den Anleihemärkten deuteten ebenfalls Sorgen über die vorläufige Waffenruhe zwischen Peking und Washington an.

Die Renditen von US-Staatsanleihen mit 10-jähriger Laufzeit, die sich die entgegengesetzte Richtung zu den Anleihekursen bewegen, gingen weiter zurück, nachdem sie am Montag unter das Niveau von 3% gefallen waren, und haben ihr niedrigstes Niveau seit Mitte September erreicht.

'Fallende US-Renditen sind negativ für den Dollarkurs, insbesondere gegenüber den anderen Leitwährungen,' sagte Rodrigo Catril, hochrangiger Devisenstratege bei NAB.

Die Kurve zwischen Papieren mit 3 und 5 Jahren Laufzeit hat sich zum ersten Mal seit 2007 invertiert. Eine Renditekurve wird als invertiert bezeichnet, wenn die Renditen der länger laufenden Anleihen unter die der mit kürzerer Fälligkeit sinkt.

Analysten befürchten jetzt, dass eine Inversion der zweijährigen und 10-jährigen Renditekurven ins Haus stehen könnte, was ein Indikator für eine mögliche Rezession in den USA wäre.

Die Renditekurve hat sich verflacht, als die Zinsen stiegen, was die Renditen von Anleihen mit kurzer Laufzeit steigen ließ, während US-Staatsanleihen mit längerer Fälligkeit von schwachen Inflationsraten und einem sich verlangsamenden Wachstum der Weltwirtschaft in Schach gehalten worden.

Catril fügte an, dass die US-Anleiherenditen in der Nähe kritischer technischer Unterstützungsmarken liegen. Sollten diese durchbrochen werden, dann könnte dies weiterem Druck auf die US-Renditen und den Dollar ausüben.

Der Dollarindex war Anfang November auf seine höchsten Niveaus des Jahres geklettert, angeschoben von Erwartungen auf schnellere Zinserhöhungen durch die Federal Reserve, als die US-Konjunktur sich weiter robust zeigte.

Aber der Dollar steht unter Druck, seit Bemerkungen vom Fed-Vorsitzenden Jerome Powell in der letzten Woche von den Märkten dahingehend interpretiert worden, dass die Zentralbank sich mit künftigen Zinserhöhungen Zeit lassen könnte.

Es wird allgemein damit gerechnet, dass die Fed die Zinsen auf der für den 18. bis 19. Dezember angesetzten geldpolitischen Sitzung zum vierten Mal in diesem Jahr anheben wird. Die Zentralbank hat für 2019 drei weitere Erhöhungen in Aussicht gestellt, aber die Märkte preisen zur Zeit nur eine Anhebung für das nächste Jahr ein.

Der Dollar fiel gegenüber dem Yen auf sein niedrigstes Niveau in mehr als einer Woche, als der USD/JPY Kurs um 0,62% auf 112,96 nachgab.

Der Euro lag gegenüber dem schwächeren Dollar im Plus, mit dem EUR/USD Kurs um 0,26% höher auf 1,1384.

Auch das Pfund machte an Boden gut, mit dem GBP/USD Kurs um 0,39% höher auf 1,2772, nachdem es am Montag zum ersten Mal seit dem 31. Oktober unter das Niveau von 1,27 gefallen war.

Mit dem Pfund geht es seit drei Wochen ununterbrochen abwärts, als die Händler darauf wetten, dass die britische Premierministerin Theresa May damit scheitern wird, ihren Brexit-Vorschlag am 11. Dezember durch das Parlament zu bringen.

-- Reuters wirkte an diesem Report mit

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