Dollar rutscht ab, Yen steigt - Alle Augen auf die Fed gerichtet

Investing.com - Der US-Dollar ist am Dienstag gegenüber den anderen Währungen abgerutscht, bevor in dieser Woche die Federal Reserve zur Geldpolitik tagt, während der Yen weiter gekauft wurde, inmitten von Sorgen über den Ausblick für das weltweite Wirtschaftswachstum.

Der US-Dollarindex, der die Stärke der amerikanischen Währung gegenüber einem Korb aus sechs anderen Leitwährungen misst, war gegen 09:30 MEZ auf ein Wochentief von 96,42 gesunken.

Da eine vierte Zinserhöhung durch die Fed in diesem Jahr zum Ausgang ihrer zweitägigen Sitzung am Mittwoch weithin erwartet wird, wird der Kurs des Dollar vor allem von dem Zinsausblick der Bank bestimmt werden.

'Wir rechnen mit einer verhaltenen Zinserhöhung durch die Fed. Die Daten sind nicht schwach genug für die Zentralbank, um die Zinsen im Dezember nicht anzuheben,' sagte Rodrigo Catril, hochrangiger Devisenstratege bei NAB.

Maßgebliche Fed-Vertreter wie auch Bankchef Jerome Powell, sind in jüngster Zeit vorsichtiger über die künftige Zinsentwicklung geworden, was einen Wandel in der Stimmung am Markt seit einigen Monaten unterstreicht, als es zusehends Anzeichen auf ein Nachlassen der Weltkonjunktur gibt.

Während die US-Zentralbank in ihrem jüngste Dotplot vom September im Mittel drei Zinserhöhungen für 2019 voraussah, preisen die Zinsfutures lediglich einen weiteren Zinsschritt in 2019 ein.

Diese Abweichung spiegelt zum Großteil die Ansicht wieder, dass höhere US-Kreditkosten dem Wachstum im Land schaden werden und letztlich die Fed zwingen werden, das Tempo der Zinserhöhungen zurückzunehmen.

Die amerikanische Wirtschaft ist in diesem Jahr stark gewachsen, beginnt aber Anzeichen von Ermüdung abzugeben, was sich in ähnliche Symptome aus Europa und China von einem Nachlassen des konjunkturellen Schwungs einordnet.

Und doch könnte es für die amerikanische Währung einen Hoffnungsschimmer geben. Einige Analysten glauben, dass der Dollar zu alter Stärke zurückfinden kann, wenn die Fed relativ zuversichtlich über die geldpolitische Straffung im nächsten Jahr bleibt.

'Die meisten Investoren erwarten, dass die Zentralbank weniger hart ist, wenn also die Fed klarstellt, dass weitere Zinserhöhungen notwendig sind und immer noch 3 Zinsschritte auf dem Tisch bleiben, dann wird der Dollarkurs abheben, egal ob sich Powell um die Konjunktur sorgt,' sagte Kathy Lien, geschäftsführender Vorstand für Währungsstrategie in einer Mitteilung.

US-Präsident Donald Trump nahm in der Nacht die erwartete Zinserhöhung der Fed aufs Korn und sagte, es sei 'unglaublich' für die Zentralbank auch nur eine Erhöhung zu erwägen, angesichts der globalen wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten. Die Märkte allerdings ließen sich nicht von Trumps mittlerweile gewohnten Kommentaren zur Fed aus der Ruhe bringen.

Der Dollar gab gegenüber dem Yen nach, mit dem USD/JPY Kurs um 0,31% tiefer auf 112,48, als die Währung auf Risikoaversion gekauft wurde.

Der traditionell sichere Schweizer Franken machte ebenfalls an Boden gut, mit dem USD/CHF Kurs um 0,13 tiefer auf 0,9916.

'Der japanische Yen und der Schweizer Franken werden wahrscheinlich für eine Weile den Dollar als Fluchtburgen der Wahl ablösen,' sagte NABs Catril.

Die Händler im Yen haben auch die Notenbanksitzung im Japan vom 19. bis 20. Dezember im Auge, auf der die Bank von Japan wahrscheinlich ihre extrem lockere Geldpolitik bestätigen wird, da die Inflation weit unter dem Zielwert bleibt.

Der Euro schob sich nach oben, mit dem EUR/USD Kurs um 0,19% höher auf 1,1367.

Auch das Pfund war fester und der GBP/USD Kurs legte um 0,32% auf 1,2657 zu, auch wenn das politische Tauziehen um die Modalitäten von Großbritanniens Austritt aus der Europäischen Union weitergeht.

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