Dollar abgerutscht, Pfund stabilisiert nach Rückgang auf Brexit-Abstimmung

Investing.com - Der US-Dollar rutschte am Dienstag gegenüber einem Währungskorb ab, während das Pfund etwas Unterstützung erhielt, nachdem es im im gestrigen Handel zu einem scharfen Ausverkauf gekommen war, als Reaktion auf die unerwartete Entscheidung der britischen Premierministerin Theresa May eine kritische Abstimmung zum Brexit zu verschieben.

Der US-Dollarindex, der die Stärke der US-Währung gegenüber einem gewichteten Korb aus sechs anderen Leitwährungen misst, lag gegen 09:48 MEZ um 0,23% tiefer auf 96,65.

Der Index war am Montag um 0,73% nach oben geschnellt und hatte sich, gestützt vom tiefen Kursverfall des Pfunds, von einem Wochentief erholt.

Der US-Dollar steht wegen der Verbreitung findenden Ansicht unter Druck, dass die Federal Reserve ihre Zinserhöhungen früher als bislang gedacht aussetzen könnte.

Die Rendite von US-Staatsanleihen mit 10-jähriger Laufzeit fiel in dieser Woche auf ihren tiefsten Stand in drei Monaten, als milde Kommentare aus der Fed und schwache US-Konjunkturdaten weitere Argumente für eine sofortige Pause bei den Zinserhöhungen lieferten.

'Fallende US-Anleiherenditen werden irgendwann den Dollar in einen Abwärtstrend bringen, aber wahrscheinlich ist es noch nicht soweit,' sagte Junichi Ishikawa, hochrangiger Forex-Stratege bei IG Securities in Tokio.

'Es gibt einfach nicht ausreichend Nachfrage nach dem Yen, der weniger ein sicherer Anlagehafen ist, und dem Euro, angesichts der politischen Sorgen über Europa. Und dann gibt es natürlich noch das Pfund, das mit der Brexit-Problematik zu kämpfen hat.'

Das Pfund schob sich nach oben, mit dem GBP/USD Kurs um 0,44% höher auf 1,2617, nachdem es am Vortag um 1,3% abgesackt war und der Kurs mit 1,2507 seinen niedrigsten Stand seit April 2017 erreicht hatte.

Der Euro gab ein Dreimonatshoch gegenüber dem Pfund wieder auf, als der EUR/GBP Kurs um 0,21% auf 0,9021 nachgab.

Das Pfund war am Montag auf breiter Front gesunken, nachdem May die Abstimmung für oder gegen das Ausstiegsabkommen aus und mit der EU abgesagt hatte, da es wiederholte Warnungen von Parlamentariern gegeben hatte, dass das Ausmaß der erwarteten Niederlage ihre Regierung zu Fall bringen könnte. Es handelt sich um die Vereinbarung, die die Premierministerin in den letzten Jahren mit Brüssel ausgehandelt hatte.

Mays plötzliche Entscheidung öffnet die Tür für eine Reihe von Möglichkeiten, die von einem Brexit ohne Folgeabkommen, einer Vereinbarung in letzter Minute oder einem neuen Referendum zur Mitgliedschaft in der EU reichen.

Der Euro ist gegenüber dem Dollar gestiegen, mit dem EUR/USD Kurs um 0,25% höher auf 1,1382.

Die amerikanische Währung fiel gegenüber dem Yen, als der USD/JPY Kurs 0,24% verlor und zu 113,08 gehandelt wurde, nachdem er am Montag noch um 0,6% gestiegen war.

'Es ist schwer ein sehr düsteres Szenario für den Dollar an die Wand zu malen, da Gerede, dass die US-Konjunktur in eine Rezession abrutscht und die Fed von einer Straffung der Geldpolitik auf eine Lockerung umstellt, zum jetzigen Zeitpunkt weit hergeholt scheint,' sagte Koji Fukaya, Präsident von FPG Securities aus Tokio.

'Immer wenn es ein globales Ereignis gibt, das die Bereitschaft zum Risiko abbaut, findet der Dollar Nachfrage - solange die Risikoaversion ihren Ursprung nicht in den Vereinigten Staaten hat.'

-- Der Report entstand unter Mitwirkung von Reuters

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